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Am Ende wird es teuer: Vorsicht vor Null-Prozent-Finanzierungen

Null Prozent Zinsen, bequeme Raten und die teure Ware gehört Ihnen: Zahlreiche Geschäfte werben mit einer Nullzins-Finanzierung. Was sich auf den ersten Blick als interessantes Angebot zeigt, kann in Wahrheit teuer werden. Denn die Null-Prozent-Finanzierung birgt zahlreiche Fallstricke.

Konsum-Angebote, für die keine Zinsen fällig werden, verschleiern oft den Blick auf wesentliche Nachteile. So ist das Angebot des jeweiligen Händlers oftmals nicht das günstigste. Ein Preisvergleich lohnt sich daher auch dann, wenn die finanziellen Mittel für einen Barkauf fehlen. Denn selbst wenn ein anderes Geschäft das Gewünschte zwar zu einem niedrigeren Preis, aber ohne Finanzierungsmöglichkeit anbietet, kann der Kauf lukrativer sein. Ein Barkauf, selbst wenn er über einen Privatkredit beglichen wird, hat zudem den Vorteil, dass Sie unter Umständen weitere Rabatte aushandeln können. Diese Möglichkeit fällt bei der Nullzins-Finanzierung weg. Ein Darlehen über einen klassischen Ratenkredit ist darüber hinaus vielfach günstiger als eine über den Händler. Zudem fallen Zusatzkosten weg, die bei einer Null-Prozent-Finanzierung oftmals obligatorisch sind.

Vorsicht vor versteckten Kosten!

Im Kleingedruckten des Vertrags verstecken sich oftmals teure Leistungen, die die Gesamtkosten des Kredits enorm in die Höhe treiben. Zu diesen zählt zum Beispiel eine Restschuldversicherung. Diese wird mit einem festen Prozentsatz der Kreditsumme berechnet und zu den Raten hinzugezählt. Damit verteuert sich der Kredit unter Umständen erheblich. Auch die Bearbeitungsgebühren sind oftmals sehr hoch. In vielen Fällen wird zum Kredit eine Kreditkarte mit monatlichem Verfügungsrahmen zur Verfügung gestellt. Hier sollte man unbedingt auf den Zinssatz achten, der oftmals sehr hoch ist. Auch die Karte selbst kostet in der Regel sehr viel Geld.

Verbraucherrechte gehen verloren

Der Bundesgerichtshof entschied in einem Urteil aus dem Jahr 2014, dass eine Null-Prozent-Finanzierung nicht die Bedingungen eines üblichen Darlehensvertrags erfüllt, da die Zinsen wegfallen, mit der ein Kredit üblicherweise bezahlt wird. Besteht jedoch kein Darlehensvertrag, fallen auch die Verbraucherrechte weg, die man üblicherweise bei einem Kreditvertrag hat. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie kein Widerrufsrecht haben und auch bei Rückgabe der Ware den Kredit weiterhin an die Bank zahlen müssen. Auch hat die Bank das Recht, jederzeit die sofortige Rückzahlung der Gesamtsumme zu verlangen.

Finanzielle Situation prüfen

Fragen Sie sich vor dem Kauf teurer Konsumgüter, ob sie dafür monatelang oder gar jahrelang Schulden auf sich nehmen möchten. Müssen Sie für die Begleichung der Raten Ihren Dispokredit anbrechen, zahlen Sie auch mit einer Null-Prozent-Finanzierung Zinsen und treiben damit die Kosten in die Höhe.

Tipps für den Vertragsabschluss

Wenn Sie sich dennoch für eine Null-Prozent-Finanzierung entscheiden, beherzigen Sie unbedigt die folgenden Tipps:

Preisvergleich vor dem Kauf: Eventuell gibt es das gewünschte Produkt woanders günstiger.

Kreditvergleich: Wenn die Barmittel nicht ausreichen, kann ein Privatkredit die bessere und günstigere Lösung sein. Eventuell können Sie zudem einen Barzahler-Rabatt aushandeln.

Studieren Sie die Vertragskonditionen: Es können versteckte Bearbeitungskosten oder Restschuldversicherungen enthalten sein.

Bestehen Sie auf Ihr Widerrufsrecht: Andernfalls muss der Händler auch bei mangelhafter Ware diese nicht zurücknehmen.

Bedenken Sie Ihre finanzielle Situation: Rechnen Sie aus, ob Sie sich die monatlichen Raten auf lange Sicht leisten können. Viele Finanzierungen laufen über 24 Monate oder länger und eine vorzeitige Ablösung der Summe ist oft nicht möglich.

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